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|
1. Das Sakrament der
Erlösung [1] wird von
der Mutter Kirche in der heiligsten
Eucharistie
mit festem Glauben anerkannt, freudig angenommen, gefeiert
und anbetend verehrt. Dabei verkündet die Kirche den
Tod Jesu Christi und preist seine Auferstehung, bis er kommt
in Herrlichkeit, [2] um als
Herr und unbesiegbarer Gebieter, als ewiger Priester und
König der ganzen Welt das Reich der Wahrheit und des
Lebens dem allmächtigen Vater in seiner unendlichen
Majestät zu
übergeben.
[3]
Die Instruktion verwendet im Zusammenhang mit der
Eucharistie fast durchgehend den Superlativ (die
höchste Steigerungsform) von «heilig».
Laut Duden und katholischer Lehre gibt es aber nur
e i n e Eucharistie. Die Steigerung
des Adjektivs ist daher sinnlos.

Diesen Satz – typisch für die Sprache der
Instruktion – kommentiere ich mit einem Wort Albert
Schweitzers:
|
|
Der Anfang der Weisheit
über Jesus
– und zugleich der Anfang der Ehrfurcht, die wir ihm schulden –
ist, dass wir von ihm ohne Phrasen
reden.
Albert
Schweitzer
Arzt, Theologe,
Philosoph
Friedensnobelpreisträger
|
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2. Die Lehre der Kirche über die
heiligste Eucharistie, die das Heilsgut der Kirche in seiner
ganzen Fülle, Christus selbst, unser
Osterlamm, [4] enthält,
die Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens
ist [5] und deren
ursächlicher Einfluß sich am Ursprung der Kirche
selbst zeigt, [6] ist im
Laufe der Jahrhunderte in den Schriften der Konzilien und
der Päpste mit großer Sorgfalt und hoher
Autorität dargelegt worden. Vor kurzem hat Papst
Johannes Paul II. in der Enzyklika «Ecclesia de
Eucharistia» einige grundlegende Aspekte zu diesem
Thema für die kirchliche Situation unserer Zeit von
neuem vorgelegt. [7]
Damit die Kirche dieses so große
Mysterium
auch heute in der Feier der heiligen Liturgie gebührend
schütze, hat der Papst der Kongregation für den
Gottesdienst und die Sakramentenordnung
aufgetragen, [8] nach
gemeinsamer Beratung mit der Kongregation für die
Glaubenslehre diese Instruktion zu verfassen, in der einige
Fragen bezüglich der Ordnung des Sakramentes der
Eucharistie behandelt werden. Was in dieser Instruktion
dargelegt wird, ist deshalb in Zusammenhang mit der
Enzyklika «Ecclesia de Eucharistia» zu lesen.
Es wird jedoch nicht beabsichtigt, eine Zusammenfassung
aller Normen über die heiligste Eucharistie vorzulegen.
Um den tiefen Sinn der liturgischen Normen zu
bekräftigen, [9] sollen
in dieser Instruktion vielmehr einige geltende Regelungen,
die bereits verlautbart und festgesetzt sind, aufgegriffen
und andere Bestimmungen getroffen werden, welche die
geltenden Normen erklären und vervollständigen,
sie den Bischöfen, aber auch den Priestern, den
Diakonen und allen christgläubigen
Laien
vorlegen, damit sie jeder gemäß seinem Amt und
den eigenen Möglichkeiten umsetze.
Von einem «Mysterium» (= Geheimnis) zu
sprechen, setzt das Eingeständnis voraus, dass
manche Dinge «geheimnisvoll» (= nicht
erklärbar) sind. Die Kirche vermittet in dieser
Instruktion aber den Eindruck, sämtliche Geheimnisse
gelüftet zu haben, wenn sie mit betonharter
Gewissheit sogar kleinste Nebensächlichkeiten
reglementiert, zum Beispiel was der Priester unter dem
Messgewand zu tragen hat (Absatz 122)
und wie das Spülwasser vom Reinigen der
Altartücher zu entsorgen ist (Absatz 120).

Dieser Punkt ist mir sehr wichtig:
Die Instruktion «Redemptionis sacramentum»
richtet sich nicht speziell an die Kleriker und
Theologen, sondern ausdrücklich
an alle
Laien! Schade, dass
die Autoren nicht eine Sprache benutzen, die auch von
Laien verstanden wird («... die Akklamation
nach der Wandlung und die Akklamation des Amen nach der
Schlußdoxologie sowie andere von der
Bischofskonferenz approbierte und vom Heiligen Stuhl
rekognoszierte Akklamationen») und dass die
G r ü n d e für
die Gebote und Verbote nicht dargelegt werden.
3. Die Normen, die in dieser
Instruktion enthalten sind, gelten für die Liturgie des
römischen Ritus und mit den entsprechenden Anpassungen
auch für die Liturgie in den übrigen rechtlich
anerkannten Riten der lateinischen Kirche.
4. «Ohne Zweifel war die
Liturgiereform des Konzils von großem Gewinn für
eine bewußtere, tätigere und fruchtbarere
Teilnahme der Gläubigen am heiligen Opfer des
Altares». [10] Dennoch
«fehlt es nicht an
Schatten» .
[11] So kann man nicht verschweigen,
daß es Mißbräuche, auch sehr
schwerwiegender Art, gegen das Wesen der Liturgie und der
Sakramente sowie gegen die Tradition und die Autorität
der Kirche gibt ,
die den liturgischen Feiern heute in dem einen oder anderen
kirchlichen Umfeld nicht selten schaden. An einigen Orten
sind mißbräuchliche Praktiken in der Liturgie zur
Gewohnheit geworden. Es ist klar, daß dies nicht
zugelassen werden kann und aufhören muß.
Ein kleines, aber wichtiges Detail: Wenn es sich nicht um
eine sprachliche Ungenauigkeit handelt, sind mit
«Schatten»
n i c h t die im folgenden Satz
erwähnten «Missbräuche gegen das Wesen der
Liturgie» gemeint! Durch das einschränkende
«dennoch» bezieht sich «Schatten»
eindeutig auf den vorhergehenden Satz: auf die
L i t u r g i e r e f o r m
d e s
K o n z i l s !
Leider geben die Autoren nicht an, welche Punkte der
Liturgiereform sie damit meinen.

Ebenso wenig erfährt der Leser über Art, Umfang
und Urheber der «missbräuchlichen
Praktiken». D a s s es
bei weltweit
4.500
Bischöfen,
405.000
Priestern,
4.000.000
Seelsorgerinnen und Seelsorgern und mehr als
1.000.000.000 katholischen Christen
gelegentlich zu
Missbräuchen kommt, bezweifelt niemand. Es bleibt
aber unklar, ob die Missbräuche tatsächlich
einen Umfang angenommen haben, der diese Instruktion
unerlässlich macht, oder ob es nicht vielleicht
ausreichen würde, im Einzelfall bei nicht
tolerierbaren Praktiken einzugreifen. Dieses Dokument
vermittelt mir jedenfalls den Eindruck, als betrachte der
Vatikan den gesamten Klerus und alle Gläubigen als
potentielle «Straftäter» (Absatz 178).
|
Es scheint
mir heute unmöglich zu sein, eine
autoritäre Autorität aufrichten zu
wollen. Die einzige Autorität, die die Welt
von heute versteht, ist die dialogisierende
Autorität. Wenn der Obere keinen Dialog
führt, wenn er keine wirkliche Berufung zum
Dialog hat, ist er tot. Er wird keinerlei Macht
haben.
Dom
Helder Camara
Erzbischof
(1909–1999)
|
5. Die Befolgung der von der
Autorität der Kirche erlassenen Normen verlangt,
daß Denken und Wort, äußere Handlung und
Gesinnung des Herzens damit
übereinstimmen.
Eine bloß äußerliche Beachtung der Normen
widerspräche offensichtlich dem Wesen der heiligen
Liturgie, in der Christus, der Herr, seine Kirche versammeln
will, damit sie mit ihm «ein Leib und ein
Geist» [12]
werde.
Deshalb muß die äußere Handlung vom Glauben
und von der Liebe erleuchtet sein, die uns mit Christus und
untereinander verbinden und die Liebe zu den Armen und
Notleidenden wecken. 
In «Wort» und «äußerer
Handlung» kann sich ein Katholik (auch wenn es ihm
vielleicht schwer fällt) den kirchlichen Normen
unterordnen: indem er keine Kritik an diesen Normen
übt und treu alle Instruktionen befolgt. Aber glaubt
der Vatikan ernsthaft, das Denken und die «Gesinnung
des Herzens» lasse sich per kirchlich erlassener
Norm
v e r o r d n e n ?!

Es hilft also auch nicht, immer positiv über diese
Instruktion zu reden und treu alle Regeln zu befolgen;
wer (stille, innere) Zweifel an den Anordnungen des
Vatikan hat, widerspricht damit «dem Wesen der
heiligen Liturgie» und ist folglich auch nicht mehr
«ein Leib und ein Geist» mit
Christus.
 
Ein überraschender Gedankensprung! Was haben
plötzlich die Armen und Notleidenden mit den von der
Kirche erlassenen Normen zu tun? Und wieso
«deshalb»?
Die Worte und Riten der Liturgie sind zudem treuer, durch
die Jahrhunderte gereifter Ausdruck der Gesinnung Christi,
und sie lehren uns, so gesinnt zu sein wie
er. [13] Indem wir unseren
Geist diesen Worten angleichen, erheben wir unsere Herzen
zum Herrn.
Was in der vorliegenden Instruktion gesagt wird, möchte
zu jener Übereinstimmung unserer Gesinnung mit der
Gesinnung Christi hinführen, die in den Worten und
Riten der Liturgie zum Ausdruck kommt.
Was ist mit den Menschen, denen es nicht möglich
ist, ihren «Geist diesen Worten anzugleichen»,
weil es sich bei der Liturgie um Worte und Riten handelt,
die ihnen fremd sind, die mit ihrem Alltag nichts zu tun
haben? Ist es nur mit
d i e s e n Worten der
Liturgie möglich, die Herzen zum Herrn zu erheben?
Sind jahrhundertelang «gereifte» Worte
wertvoller als Worte aus unserer Zeit?
6. Die Mißbräuche tragen
«zur Verdunkelung des rechten Glaubens und der
katholischen Lehre über dieses wunderbare
Sakrament» bei. [14] So
wird auch erschwert, daß «die Gläubigen in
gewisser Weise die Erfahrung der beiden Emmausjünger
machen können: "Da gingen ihnen die Augen
auf ,
und sie erkannten ihn."»
[15] Weil die Kraft und
Gottheit [16] des Herrn und
der Glanz seiner Güte besonders im Sakrament der
Eucharistie offenbar werden, ist es geziemend, daß
alle Gläubigen den Sinn für die
anbetungswürdige Majestät Gottes nähren und
pflegen, den sie durch das heilbringende Leiden des
eingeborenen Sohnes empfangen haben.
[17]
Auch mir sind die Augen aufgegangen.
Als mir auffiel, dass das Wort «Missbrauch»
ungewöhnlich oft im Text erscheint, habe ich das
Vorkommen einiger Schlüsselbegriffe untersucht. Das
Ergebnis ist erschreckend:
|
63 x
|
müssen,
muß
|
12 x
|
Glaube,
Glauben
|
|
54 x
|
Norm
|
11 x
|
Liebe
|
|
35 x
|
Mißbrauch,
Mißbräuche
|
4 x
|
Freiheit
|
|
28 x
|
Vorschrift,
vorgeschrieben
|
3 x
|
Heil
|
|
15 x
|
Regel
|
2 x
|
Vertrauen
|
|
15 x
|
Autorität
|
1 x
|
Hoffnung
|
|
12 x
|
Gesetz
|
1 x
|
Freude
|
|
12 x
|
Gefahr
|
0 x
|
Segen
|
|
11 x
|
streng
|
0 x
|
freiwillig
|
|
10 x
|
rechtmäßig
|
0 x
|
gerne
|
|
10 x
|
approbiert,
approbieren
|
0 x
|
Einladung,
eingeladen, einladen
|
|
6 x
|
zu
verweigern
|
0 x
|
Dank
|
|
6 x
|
Disziplin
|
0 x
|
dürfen, darf
*
|
|
|
|
|
|
|
* außer
in verneinender und einschränkender Form
(«darf nicht», «dürfen
niemals», «darf nur dann»)
|
Es ist in der Instruktion
öfter von Missbrauch die Rede, als von
Glaube, Liebe, Freiheit,
Heil, Vertrauen, Hoffnung und
Freude z u
s a m m e n g e r e c h n e
t ! Ich finde, das sagt eine Menge über
das Gottes-, Kirchen- und Selbstverständnis des
Vatikan aus.
|
|
Mit einem Tropfen Honig
fängt man mehr Mücken
als mit einem ganzen Fass Essig.
Franz von
Sales
|
|
|
|
Mit aufmerksamer,
geduldiger und langmütiger Miene
gelangt man besser und schneller zum Ziel als
mit Strenge und Peitsche.
Papst Johannes
XXIII
|
|
7. Die Mißbräuche haben ihre
Wurzel nicht selten in einem falschen Begriff von Freiheit.
Gott hat uns in Christus aber nicht jene illusorische
Freiheit gewährt, in der wir machen, was wir wollen,
sondern die Freiheit, in der wir tun können, was
würdig und recht ist.
[18] Dies gilt gewiß nicht nur für
jene Vorschriften, die unmittelbar von Gott kommen, sondern
auch für die Gesetze, die von der Kirche
promulgiert
worden sind, wenn man das Wesen einer jeden Norm
entsprechend berücksichtigt. Daher müssen sich
alle nach den Anordnungen der rechtmäßigen
kirchlichen Autorität richten.
Ich bin ja auch der Meinung, das Freiheit
n i c h t bedeutet, alles nach
eigenem Gutdünken tun zu können. Mit der
vatikanischen Definition kann ich aber überhaupt
nichts anfangen. Denn sie besagt:
1.
Freiheit = tun können, was würdig und
recht ist,
2. was würdig und recht ist, bestimmt
der Vatikan.
Daraus folgt:
3.
Freiheit = tun können, was der Vatikan
bestimmt.
Rom sollte besser
unverblümt sagen, dass wir in manchen Dingen
k e i n e Freiheiten haben –
statt uns solch ein Freiheits-Surrogat anzubieten (und es
dann auch noch als «von Gott gewährt» zu
bezeichnen).
Übrigens ist das eine
merkwürdige Logik: Gott gewährt uns die
Freiheit, «in der wir tun
k ö n n e n , was
würdig und recht ist.» Und darum
m ü s s e n sich alle
nach den Anordnungen der kirchlichen Autorität
richten?!

Gelegentlich scheinen die Autoren bei der Wortwahl
vergessen zu haben, dass sie diese Instruktion nicht nur
an Thelogen, sondern ausdrücklich auch an «alle
christgläubigen Laien» richten
(Absatz 2).
Ich finde, es ist insipid und ohne Exkulpation, dass
dieser Exhorte keine Translation nicht-usueller Begriffe
apponiert wurde. Darum habe ich einige Wörter im
Fremdwörterbuch bzw. im Internet nachgeschlagen, zum
Beispiel das (mir bisher völlig unbekannte) Wort
«promulgieren»:
|
promulgieren:
bekannt geben, veröffentlichen,
verbreiten
|
Drei schöne, griffige
Alternativen bietet der DUDEN für das Verb
«promulgieren»! Warum benutzen die Autoren bzw.
Übersetzer trotzdem dieses völlig
ungebräuchliche Fremdwort? Sind sie schon derart
«abgehoben», dass sie nicht mehr die Sprache
des «einfachen» Volkes kennen? Oder wollen sie
damit demonstrieren, dass sich die Hirten des
Gottesvolkes in höheren geistigen Sphären
bewegen?
8. Man muß auch mit großer
Traurigkeit feststellen, daß «ökumenische
Initiativen, die zwar gut gemeint sind,
[...] zu eucharistischen Praktiken verleiten,
die der Disziplin widersprechen, mit der die Kirche ihren
Glauben zum Ausdruck
bringt».
Die Eucharistie ist jedoch «ein zu großes Gut, um
Zweideutigkeiten und Verkürzungen zu dulden».
Daher ist es angebracht, einige Dinge zu korrigieren und
genauer festzulegen, damit auch in diesem Bereich «das
Mysterium der Eucharistie weiterhin in seinem vollen Glanz
erstrahle». [19]
Man muss mit großer Traurigkeit feststellen, dass
Rom die ökumenischen Initiativen missversteht:
Selbst wenn die angesprochenen «eucharistischen
Praktiken» der
D i s z i p l i n
widersprechen (leider äußern sich die Autoren
nicht weiter dazu, welche Praktiken gemeint sind und was
«Zweideutigkeiten» und
«Verkürzungen» sein sollen), so sind diese
Gläubigen bzw. ökumenischen Initiativen
dennoch T e i l
d e r
K i r c h e und
bringen damit ebenso ihren
G l a u b e n zum
Ausdruck!
9. Sehr oft beruhen die
Mißbräuche auf Unkenntnis, denn meistens werden
jene Dinge abgelehnt, deren tieferen Sinn man nicht
erfaßt
und um deren Alter man nicht
weiß .
Denn unter dem «Anhauch und Antrieb» der Heiligen
Schrift sind «liturgische Gebete, Orationen und
Gesänge geschaffen worden, und aus ihr empfangen
Handlungen und Zeichen ihren Sinn».
[20] Was die sichtbaren Zeichen betrifft,
«welche die heilige Liturgie gebraucht, um die
unsichtbaren göttlichen Dinge zu bezeichnen», so
sind sie «von Christus oder der Kirche
ausgewählt». [21]
Die Strukturen und Formen der heiligen Feiern –
gemäß der Tradition jedes einzelnen Ritus im
Osten und im Westen – stimmen mit der
Gesamtkirche 
schließlich auch in all dem überein, was die aus
apostolischer und beständiger Tradition allgemein
angenommenen Bräuche betrifft,
[22] welche die Kirche den künftigen
Generationen treu und sorgsam weitergeben muß. All das
wird von den liturgischen Normen weise behütet und
bewahrt.
Dem stimme ich zu. Warum aber unternimmt der Vatikan
nichts gegen die Unkenntnis? Bei fast allen Anweisungen
und Verboten dieser Instruktion fehlt eine
Begründung oder Erklärung! Sehen Sie sich z.B.
einmal den großen Kasten nach dem folgenden Absatz
an. Es mag durchaus gute Gründe geben, warum der
Vatikan für die Eucharistie Regeln festlegt, die
eindeutig im Widerspruch zu den Evangelien stehen. Wenn
der Vatikan so sehr daran interessiert ist, dass die
Gläubigen den «tieferen Sinn erfassen»,
dann wäre es sinnvoll, wenn er sie ihnen auch
mitteilt, statt einfach nur «Unkenntnis» zu
beklagen.

Sehr viele Regeln, Vorschriften, Verbote usw.
können n u r mit der Tradition
(nicht aber mit der Bibel) begründet werden. Das
Alter allein macht «jene Dinge» aber nicht
wertvoller oder richtiger. In Abwandlung eines Wortes von
Kurt Tucholsky sage ich:
«Lass dir von
keinem Geistlichen imponieren, der dir erzählt:
"Lieber Freund, das machen wir schon seit vielen
hundert Jahren so!" Man kann eine Sache auch viele
hundert Jahre lang falsch machen.»
Und weiter gedacht: «Was
viele hundert Jahre lang gut und richtig und wertvoll und
angemessen war, kann heute schlecht, falsch, wertlos und
veraltet sein.» Papst Johannes XXIII war auch
der Meinung und berief (trotz immenser Widerstände
innerhalb der Kirche) das Zweite Vatikanische Konzil.
 
Mit «Gesamtkirche» ist hier natürlich
nicht die
g e s a m t e Kirche
gemeint, sondern nur die römisch-katholische, die
sich immer noch für die «einzig wahre
Kirche» hält.
10. Die Kirche selbst hat keine
Vollmacht über das, was von Christus festgesetzt worden
ist
und den unveränderlichen Teil der Liturgie
bildet. [23] Wenn
nämlich das Band zerrissen würde, das die
Sakramente mit Christus verbindet, der sie eingesetzt hat,
und mit den Ereignissen, auf denen die Kirche gegründet
ist, [24] wäre dies in
keiner Weise zum Nutzen der Gläubigen, sondern
würde ihnen schweren Schaden zufügen. Die heilige
Liturgie ist nämlich engstens mit den Grundsätzen
der Lehre verbunden. [25]
Folglich führt der Gebrauch von nicht approbierten
Texten und Riten dazu, daß das notwendige Band
zwischen der lex orandi
und der lex credendi
geschwächt wird oder verloren geht.
[26]
|
lex
orandi, lex credendi: Gesetz des Glaubens,
Gesetz des Betens
|
Ich weiß nicht, was mit dem «notwendigen Band
zwischen der lex orandi und der lex crecendi»
gemeint ist. Wichtiger finde ich, dass das Band zwischen
den
G l ä u b i g e n
und
C h r i s t u s
nicht geschwächt wird oder verloren geht. Und dieses
Band braucht keine Approbation.

Diese Formulierung erweckt den Eindruck, als sei die
Liturgie (oder wenigstens große Teile davon)
«von Christus festgesetzt worden». Das ist aber
nicht der Fall; nur wenige Riten und Worte der Liturgie
können direkt auf Christus zurückgeführt
werden.
Dagegen stehen viele Anordnungen
dieser Instruktion im Widerspruch zu den
Evangelien:
|
Die Heilige Schrift
|
«Redemptionis
sacramentum»
|
|
Jesus saß beim Abendmahl
mit seinen Jüngern zu
Tisch:
«Als es Abend
wurde, begab er sich mit den Jüngern zu
Tisch.» (Mt 26, 20)
«Während sie
nun bei Tisch waren und
aßen ...»
(Mk 14, 18)
|
Der Vatikan verbietet das Abendmahl am
Tisch:
«Von einer
schweren Notlage abgesehen, darf die Messe nicht
an einem Eßtisch oder in einem Speisesaal
oder an einem Ort, an dem die Mahlzeiten
eingenommen werden, und auch nicht in einem
Raum, in dem sich Speisen befinden, gefeiert
werden. Diejenigen, die an einer Messe
teilnehmen, dürfen während der Feier
nicht an Tischen sitzen.» (Absatz 77)
|
|
Sie kamen zu einer
Mahlzeit
zusammen:
«Sie fanden alles
so, wie er es ihnen gesagt hatte, und bereiteten
das Paschamahl vor.»
(Mk 14,16)
«Während des
Mahls nahm Jesus das Brot ...»
(Mt 26, 26)
|
Der Vatikan verbietet Feier der
heiligen
Messe im Kontext eines Mahls:
«Die Feier der
heiligen Messe darf in keiner Weise in den
Kontext eines gemeinsamen Mahles eingefügt
oder mit einem solchen Mahl in Beziehung
gebracht werden (...) während der
Meßfeier darf die gewöhnliche Speise
für die Gläubigen nicht sichtbar
sein.» (Absatz 77)
|
|
Die Bibel spricht nur von
«Brot»,
gibt aber nicht an, aus welchem Getreide es
gemacht ist.
«Und er nahm Brot,
sprach das Dankgebet, brach das
Brot ...»
(Lk 22, 19)
|
Der Vatikan schreibt die zwingend die
Verwendung von Weizenmehl vor:
«Das Brot (...)
muß ungesäuert, aus reinem Weizenmehl
bereitet (...) sein (...). Daraus folgt,
daß Brot, das aus einer anderen Substanz,
wenn auch aus Getreide, bereitet ist (...),
keine gültige Materie für den Vollzug
des eucharistischen Opfers und Sakramentes
darstellt.» (Absatz 48)
|
|
Die Bibel spricht nur vom
«Kelch»
und von der
«Frucht des
Weinstocks».
«Dann nahm er den
Kelch...»
(Mt 26,27, Mk 14,23 und
Lk 22,17)
«... werde ich
nicht mehr von der Frucht des Weinstocks
trinken...» (Mt 26,29, Mk 14,25
und Lk 22,18)
|
Der Vatikan verbietet Traubensaft:
«Der Wein, der
für die Feier des hochheiligen
eucharistischen Opfers verwendet wird, muß
naturrein, aus Weintrauben gewonnen und echt
sein, er darf nicht verdorben und nicht mit
anderen Substanzen vermischt sein. (...) Es darf
kein Vorwand zugunsten anderer Getränke
jedweder Art zugelassen werden, die keine
gültige Materie darstellen.»
(Absatz 50)
|
|
Jesus brach das Brot
während
der Wandlung:
«... dann
brach er das Brot, reichte es seinen
Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist
mein Leib ...»
(Mk 14, 22)
|
Der Vatikan verbietet das Brechen
der Hostie während der Wandlung:
«An einigen Orten
hat sich der Mißbrauch verbreitet,
daß der Priester bei der Feier der
heiligen Messe die Hostie während der
Wandlung bricht. Dieser Mißbrauch
widerspricht der Tradition der Kirche. Er ist zu
verwerfen und dringend zu korrigieren.»
(Absatz 55)
|
|
Jesus beauftragte die Jünger,
den Kelch
weiterzureichen:
«Und er nahm den
Kelch, sprach das Dankgebet und sagte: Nehmt den
Kelch und verteilt ihn untereinander!»
(Lk 22, 17)
|
Der Vatikan verbietet das Weiterreichen:
«Es ist den
Gläubigen nicht gestattet, die heilige
Hostie oder den heiligen Kelch selbst zu nehmen
und noch weniger von Hand zu Hand unter sich
weiterzugeben.» (Absatz 94)
|
|
Jesus gab den Jüngern
das Brot mit den Worten:
«Nehmt und esst;
das ist mein Leib.»
(Mt 26, 26)
«Das ist mein
Leib, der für euch hingegeben wird. Tut
dies zu meinem Gedächtnis.»
(Lk 22, 19)
|
Der Vatikan ordnet an, dass den
Konzelebranten Leib und Blut Christi
schweigend
gereicht werden müssen:
«Wenn ein Priester
oder ein Diakon den Konzelebranten die heilige
Hostie oder den Kelch reicht, ist darauf zu
achten, daß er nichts sagt, also
n i c h t die Worte
ausspricht: "Der Leib Christi" oder "Das Blut
Christi".» (Absatz 98)
|
|
Jesus und die Jünger aßen
und tranken
gemeinsam:
«Und während
sie aßen ...»
(Mt 26, 21)
«Während sie
nun bei Tisch saßen und
aßen ...»
(Mk 14, 18)
|
Der Vatikan ordnet an, dass zuerst der
Priester
alleine
kommuniziert,
anschließend
das «Volk»:
«Sooft der
Priester die heilige Messe zelebriert, muß
er am Altar zu dem vom Meßbuch
festgesetzten Zeitpunkt kommunizieren (...).
Niemals darf der zelebrierende oder
konzelebrierende Priester bis zum Ende der
Kommunion des Volkes warten, bevor er selbst
kommuniziert.» (Absatz 97)
|
|
Jesus lud
alle
ein; er schloss nicht einmal den Verräter
Judas aus:
«... und
reichte ihn den Jüngern mit den Worten:
Trinkt alle daraus.»
(Mt 16, 27)
«... und sie
tranken alle daraus.»
(Mk 14, 23)
«Amen, amen, das
sage ich euch, wenn ihr das Fleisch des
Menschen- sohnes nicht esst und sein Blut nicht
trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.»
(Joh 6, 53)
|
Der Vatikan schließt unter anderem
folgende
Personen von der Kommunion aus:
Personen, die
sich einer schweren Sünde
bewusst sind (Absatz 81),
Christgläubige, die
«massenweise und ohne
Unterscheidung zum heiligen Tisch
hinzutreten»
(Absatz 83),
Nichtkatholiken (Absatz 84
und 85),
Erstkommunionskinder, wenn sie zuvor
nicht
gebeichtet haben (Absatz 87),
a l l e Teilnehmer
einer Gottesdienstfeier mit
Kommunionausteilung, wenn die Versammlung
mit einer Eucharistiefeier verwechselt
werden
könnte (Absatz 165),
wiederverheiratete Geschiedene (Can 915
CIC)
Darüber hinaus
bleiben alle Gläubigen vom Kelch
ausgeschlossen ...
wenn keine
entsprechende Katechese über die
dogmatischen Grundsätze des
Ökumenischen
Konzils von Trient vorausgegangen sind
(Absatz 100),
bei der geringsten Gefahr der
Profanierung
(Absatz 101),
wenn die Zahl der Kommunikanten zu
groß ist
(Absatz 102),
wenn kein Wein «sicherer Herkunft
und Qualität»
verfügbar ist (Absatz 102).
|
Es spricht natürlich nichts
dagegen, auch Dinge in die Liturgie aufzunehmen, die
nicht explizit so von Christus festgesetzt oder in der
Bibel erwähnt worden sind. Aber warum muss sich
jemand, der genau das tut, was uns die Bibel
überliefert hat, vom Vatikan «Missbrauch»
vorwerfen lassen?
|
Damit wir in
allen Stücken sicher gehen, müssen wir
immer festhalten: das, was unseren Augen
weiß erscheint, sei schwarz, sobald die
hierarchische Kirche dies so
entscheidet.
Ignatius
von Loyola
Gründer
des Jesuitenordens
|
11. Das Mysterium der Eucharistie ist
zu groß, «als daß sich irgend jemand
erlauben könnte, nach persönlichem
Gutdünken
damit umzugehen, ohne seinen sakralen Charakter und seine
universale Dimension zu achten».
[27] Wer daher gegenteilig handelt und
eigenen Neigungen folgt – und sei er auch Priester –,
greift die substantielle Einheit des römischen Ritus
an, die entschieden bewahrt werden
muß. [28] Er vollzieht
Handlungen, die dem Hunger und Durst nach dem lebendigen
Gott, den das Volk unserer Zeit verspürt, in keiner
Weise entsprechen.
Er verrichtet keinen authentischen pastoralen Dienst und
trägt nicht zur rechten liturgischen
Erneuerung 
bei, sondern beraubt vielmehr die Christgläubigen ihres
Glaubensgutes und ihres geistlichen Erbes.
«Nach persönlichem Gutdünken» klingt
nach Beliebigkeit und Leichtfertigkeit. Was ist mit den
Priestern, die selbstkritisch, nach reiflicher
Überlegung, in Verantwortung vor Gott, vor sich
selbst und vor der Gemeinde bestimmte Elemente der
Liturgie abwandeln? Sind das auch Menschen, die den
«sakralen Charakter und seine universale
Dimension» missachten?

Warum lassen sich bei uns nicht einmal 10 Prozent der
Katholiken sonntags in der Kirche blicken (obwohl die
Kirche das als «schwere Sünde»
bezeichnet)?
– Weil ihnen «das
Recht auf eine wahre Liturgie» (Absatz 12)
vorenthalten wird?
– Weil es zu viele Priester gibt, die «keinen
authentischen pastoralen Dienst» verrichten?
– Weil die Priester mit der Eucharistie zu oft «nach
persönlichem Gutdünken» umgehen?
– Weil das katholische Volk zu wenig Gelegenheit hat, die
heilige Messe «in voller Über-
–
einstimmung mit den
Äußerungen des Lehramtes der Kirche»
(Absatz 12)
zu feiern?
– Werden die Kirchen
wieder voller, wenn die Kirche nur sorgfältig genug
auf die
–
Einhaltung der «Gesetze
und Normen» achtet?
– Oder liegt es vielleicht
doch eher daran, dass Worte und Riten der Liturgie
–
ungeeignet sind, den Hunger
und Durst der übrigen 90 Prozent zu stillen?
Die einzig mögliche Antwort
der Kirche kann ich mir denken: Die allerheiligste
Liturgie k a n n
selbstverständlich nicht «ungeeignet»
sein. Folglich stimmt etwas nicht mit dem Hunger und
Durst der Menschen – und dafür ist
natürlich nicht die Kirche
verantwortlich ...
 
Was soll denn eine «rechte liturgische
Erneuerung» sein? Die Autoren betonen doch immer
wieder, dass nichts an der Liturgie geändert werden
dürfe!
Willkürliche Handlungen dienen nämlich nicht
der wirksamen Erneuerung,
[29] sondern verletzen das den
Christgläubigen zustehende
Recht
auf eine liturgische Handlung, die Ausdruck des Lebens der
Kirche gemäß ihrer Tradition und Disziplin ist.
Sie tragen Elemente der Verunstaltung und
Zwietracht
in die Feier der Eucharistie hinein, die in hervorragender
Weise und aufgrund ihres Wesens darauf ausgerichtet ist, die
Gemeinschaft mit dem göttlichen Leben und die Einheit
des Gottesvolkes zu bezeichnen und wunderbar zu
bewirken. [30] Folgen solcher
willkürlicher Handlungen sind Unsicherheit in der
Lehre, Zweifel und Ärgernis im Volk Gottes und fast
unvermeidlich heftige
Gegenreaktionen  .
In unserer Zeit, in der das christliche Leben oft wegen des
Klimas der «Säkularisierung» sehr schwer ist,
verwirren und betrüben alle diese Dinge viele Christen
in beträchtlichem Maß.
[31]
Um welches Recht welcher Gläubigen geht es hier? Um
das Recht der «alteingesessenen» Katholiken auf
eine Liturgie, «wie sie immer schon war» oder
um das Recht der Gott Suchenden auf eine Liturgie, die
ihr Leben berührt?
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Man kann nicht mit dem
christlichen Vokabular kommen. Das rauscht an
denen vorbei. Unsere christlichen
Ausdrucksweisen sind gar nicht
verständlich. Man muss die Sprache finden,
die heute gesprochen wird, und man muss auch
Probleme der Religion und der Religiosität
mit einem ganz anderen sprachlichen Schatz
angehen.
Pater Johannes
Henschel
Touristen-Seelsorger; in einem Interview
mit der Neuen
Kirchenzeitung über den «Kontakt mit
kirchenfernen Menschen»
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Die Starken
bedürfen des Arztes nicht, sondern die
Kranken.
Matthäus 9,
12
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Ich will nicht ausschließen, dass es zu Zwietracht
kommen kann, wenn Teile der Gemeinde mit bestimmten
Änderungen der Liturgie nicht einverstanden sind.
(Nach meiner Erfahrung sind Gemeinden aber durchaus
bereit, Änderungen zu akzeptieren, besonders dann,
wenn ihnen der Hintergrund erklärt wird.) Aber:
Wer sät die Zwietracht? Die Gemeinde, die
gerne mal einen Laien predigen hören will, die
Christen, die sich zur Eucharistie um einen Tisch
versammeln wollen, die Gläubigen, die durch
Eintauchen der Hostie in den Wein kommunizieren (das
alles ist laut Instruktion verboten) – oder die
«papsttreuen» Katholiken, die unter Berufung
auf diese Instruktion (und möglicherweise unter
Androhung kirchenrechtlicher Konsequenzen) derartigen
«Missbrauch» verhindern wollen?
 
«Unsicherheit in der Lehre, Zweifel und
Ärgernis» erlebe ich auch, aber nicht durch
«willkürliche Handlungen», sondern durch
diese Instruktion! Ich bin zutiefst verunsichert und
verärgert, wenn ich jetzt erfahre, dass viele der
Priester, mit denen ich Eucharistie gefeiert habe und die
meine Liebe zu Christus und zur Kirche aufgebaut haben,
«keinen authentischen pastoralen Dienst»
verrichtet und «die Christgläubigen» (also
auch mich) «ihres Glaubensgutes und ihres
geistlichen Erbes» beraubt haben sollen
(Absatz
11).
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Traditionen
sind wie Laternenpfähle. Sie beleuchten den
Weg, den wir gehen sollen.
Nur Betrunkene halten sich daran
fest.
unbekannt
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12. Alle Christgläubigen haben
das Recht auf eine wahre Liturgie und besonders auf eine
Feier der heiligen Messe, wie sie die Kirche gewollt und
festgesetzt hat, wie es also in den liturgischen
Büchern und durch andere Gesetze und Normen
vorgeschrieben ist. In gleicher Weise hat das katholische
Volk das Recht, daß das Opfer der heiligen Messe
unversehrt und in voller Übereinstimmung mit den
Äußerungen des Lehramtes der
Kirche
gefeiert wird. Schließlich ist es ein Recht der
katholischen Gemeinschaft, daß die Feier der
heiligsten Eucharistie so vollzogen wird, daß sie
wirklich als Sakrament der
Einheit
erscheint und jede Art von Mängeln und Gesten
gänzlich gemieden werden, die Spaltungen und
Parteiungen in der Kirche hervorrufen
könnten. [32]
Ich feiere den Gottesdienst, um Gott zu loben, um seine
Hilfe zu bitten, um sein Wort zu hören, um seinen
Tod und seine Auferstehung zu feiern und um mit anderen
Christen gemeinsam Abendmahl zu feiern – aber
nicht, um mein Recht auf «Übereinstimmung mit
den Äußerungen des Lehramtes der Kirche»
in Anspruch zu nehmen.

So, so. Wir haben das Recht, die Eucharistie «als
Sakrament der
E i n h e i t »
zu feiern, sind aber verpflichtet, unsere
Glaubensgeschwister vom Tisch des Herrn
auszuschließen, deren einziger «Fehler»
darin besteht, der evangelischen Kirche anzugehören.
Tolle Einheit!
Wenn es unüberwindbare theologische Gründe
dafür gibt, Nichtkatholiken von der Kommunion
auszuschließen, dann sollten die Autoren wenigstens
auf die Formulierung «Sakrament der Einheit»
verzichten. (Oder für den Begriff
«Einheit» eine neue, katholische Definition
finden, so wie sie es im Absatz 7
mit dem Begriff «Freiheit» gemacht
haben.)
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Ecclesia semper
reformanda
(Die Kirche ist immer zu erneuern)
II. Vatikanisches
Konzil
Unitatis
redintegratio, Nr. 6
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Ecclesia semper
purificanda
(Die Kirche ist immer zu reinigen)
II. Vatikanisches
Konzil
Lumen gentium,
Nr. 8
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13. Alle Normen und Hinweise, die in
dieser Instruktion dargelegt werden, stehen in verschiedener
Weise mit der Aufgabe der Kirche in Beziehung, auf die
rechte und würdige Feier dieses so großen
Mysteriums zu achten. Von den verschiedenen Stufen, auf
denen die einzelnen Normen mit dem obersten Gesetz des
ganzen kirchlichen Rechts verbunden sind, nämlich mit
der Sorge um das Heil der Seelen, handelt das letzte Kapitel
dieser Instruktion.
[33]
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